Mein persönlicher Erfahrungsbericht mit Abmahungen und dem Abmahnschutz vom Händlerbund

 

Ist dir das Thema Abmahnung im Onlinehandel vertraut? Vielen ist beim Start im eCommerce überhaupt nicht bekannt, dass es eine regelrechte Abmahn-Wirtschaft gibt, die leider zum Alltag im Online-Handel dazu gehört.

Falls du jetzt das erste Mal davon hörst, nimm‘ dir kurz Zeit und ich erkläre dir aus eigener Erfahrung, was es damit auf sich hat und wie du dich schützt. Es ist enorm wichtig, dass man sich als Händler der Problematik bewusst ist und nicht ins offene Messer läuft!

Dieser Artikel kann dir viele Tausende Euros und einen Haufen Ärger sparen. Und damit hast du einen gewaltigen Vorteil gegenüber mir als ich erst anfing und noch nie von Abmahnungen im Online-Handel gehört hatte … bis eines Tages …

 

Die erste Abmahnung: Fehlende Grundpreisangaben

Also, bis eines Tages … eine Zustellerin unseren kleinen Laden betrat und zielstrebig auf mich zu marschierte, in den Händen einen richtig dicken Packen im A4-Format. Sie sah mich prüfend an, las mir meinen Namen vor und fragte, ob ich das sei. Ich bestätigte. Bestätigungskarte unter die Nase, Unterschrift … und weg war sie, noch bevor ich Zeit hatte zu grübeln, worum es überhaupt ging.

Wie sich gleich herausstellen sollte, hatte ich eben meine erste, saftige Abmahnung erhalten. Der Packen enthielt eine ausführliche Beschreibung meines Verschuldens, seitenweise Ausdrucke von Screenshots als Beweis und eine Vereinbarung die ich unterschreiben sollte, wenn ich nicht vor Gericht landen wollte.

Der Haken war, dass ich laut dieser Unterlassungserklärung im Falle eines zukünftigen Verschuldens, direkt mehrere Tausend Euro an diesen Gegner zahlen müsste. Und außerdem wurden knapp 200 Euro sofort fällig, als Aufwandsentschädigung für die Abmahnung. Ich war baff.

Zu der Zeit hatten wir etwa 700 Artikel gelistet. Mit größter Sorgfalt. Nichtsdestotrotz fehlten scheinbar bei 6 oder 7 Artikeln die Grundpreise. Da muss ein Fehler passiert sein. Vielleicht auch ein technisches Problem. Auf jeden Fall hatte ich mir angeblich einen schwerwiegenden Wettbewerbsvorteil verschafft und musste dafür bestraft werden.

Soll ich noch erwähnen, dass es sich um Riegel handelte? Die zwischen 1 und 2 Euro kosten. Und bei denen der Grundpreis sicher wesentlich für die Kaufentscheidung eines jeden Kunden ist … [nicht.]

 

Mitgliedschaft beim Händlerbund mit Abmahnschutz ist die Rettung bei Abmahnung!
 

Kampf im Alleingang gegen den Abmahnverein

Ein befreundeter Anwalt nahm sich großzügig der Sache an. Der Schriftverkehr ging etwa ein halbes Jahr hin und her. In meinen Augen handelte es sich um eine klare Ungerechtigkeit. Jeder hat zunächst eine Gelegenheit verdient, kleine Fehler zu verbessern, ohne gleich zur Kasse gebeten zu werden.

Und ich war entschlossen, diesen Abmahnanwälten, die offensichtlich ein einfaches Geschäft aus den Fehlern anderer machten, keinen müden Cent in den Rachen zu schieben.

Ich hatte mir folgendes überlegt: wenn ich es eskalieren ließe, wäre das Schlimmste, das mir passieren könnte, wahrscheinlich, dass ich ein paar Tage im Knast verbringen würde. Und ich war fest entschlossen dies zu tun.

Einige Tage ohne Email und Telefon klangen ohnehin nach mehr Urlaub als ich es mir zu der Zeit hätte erträumen können.

Einen Strich durch die Rechnung machte mir jedoch später die Erkenntnis, dass unser guter Freund und Anwalt der eigentliche Verlierer in diesem Szenario wäre – und es mir leider auch nicht möglich war, ihn dafür angemessen zu entlohnen.

Das konnte ich ihm nicht antun. Und so ließ ich mich also breitschlagen, zähneknirschend etwa 1,500 Euro in Raten an die Gegenseite, diesen Abmahnverein, zu überweisen. Die Kosten meines Anwalts bekam ich geschenkt. Die Sache war vom Tisch. Der Beigeschmack blieb.

 

Abmahnschutz als Lösung?

Ich habe dann natürlich recherchiert und mich über diese Abmahngeschichten intensiv informiert. Dabei bin ich nicht nur auf unzählige Berichte über die verschiedensten Abmahn-Maschen gestoßen, sondern auch auf viele traurige Anekdoten von kleinen Händlern, für welche diese Kosten die Geschäftsaufgabe bedeutet hatten.

Und auf eine verstörende Statistik: im Schnitt erhalten Händler pro Jahr zwei bis drei solcher Abmahnungen, jeweils mit Kosten in Höhe von durchschnittlich zwei tausend Euro. Vermutlich hat sich die Lage zwischenzeitlich noch zugespitzt.

Auf der anderen Seite fand ich diverse Organisationen, die gegen eine monatliche Gebühr ihren Schutz anboten. Was mir damals allerdings noch nicht einleuchtete – denn, wenn ich mir doch schon Mühe gebe, alles richtig zu machen, warum soll ich dann noch für Schutz zahlen?

Das war mir alles suspekt und kam mir vor wie eine Mafia. Ich schloss die Akte mental, verdrängte die unangenehmen Fakten aus meinem Bewusstsein und redete mir ein, dass ich eben ein Mal Pech gehabt hatte und so etwas nicht noch einmal passieren würde.

 

Die zweite Abmahnung: Himalayasalz

Bis … nur wenige Monate später wieder ein dicker Packen auf meinem Tisch landete. Beim ersten Anblick drehte sich schon mein Magen um, weil mir sofort instinktiv klar war, was mich erwartete. Yep, die Abmahn-Mafia hatte wieder zugeschlagen.

Dieses Mal war die Geschichte für mich noch unglaublicher. Ich hatte einen Schokoriegel im Sortiment, der eine Prise Himalayasalz enthielt. Die Zutaten waren korrekt auf der Produktseite angegeben, streng nach Vorschrift der Lebensmittelkennzeichnung. Eins zu eins von den Daten und der Verpackung des Herstellers übernommen. Fehlerfrei.

Da gab es nur ein Problem: scheinbar darf sich kein Salz ‚Himalayasalz‚ nennen, weil es im Himalaya kein Salz gibt. Sondern nur einige Hundert Kilometer entfernt, am Fuße des Gebirges.

Es handelt sich also um einen irreführenden, geradezu illegalen Begriff und ich hatte wieder ein schlimmes Vergehen begangen, das auf jeden Fall abgestraft werden musste.

 

Mitgliedschaft beim Händlerbund

Dieses Mal ging ich direkt zum Händlerbund, schloss dort eine Mitgliedschaft ab und übergab den Fall. Kosten für einen eigenen Anwalt blieben mir also wieder erspart.

Für die Gegenseite und das Gericht musste ich leider wieder tief in die Tasche greifen und wurde um knapp zwei tausend Euro erleichtert.

Auf Anfrage beim Hersteller, ob dieser die Kosten übernehmen würde, bekam ich eine trockene, kurze Absage. Aber wenige Tage später sendete er einen Newsletter an alle Kunden mit dem Hinweis, die Bezeichnung der Zutat nicht mehr zu verwenden und in ‚Rosa Steinsalz‘ abzuändern …

Ich sehe heute noch in örtlichen Supermärkten und Bioläden ganze Packungen reinen ‚Himalayasalzes‘ von verschiedensten Marken. Aber sie stehen im Regal und nicht im Internet. In der realen Welt interessiert sich scheinbar niemand für illegale Salz-Bezeichnungen.

 

Shop-Tiefenprüfung durch den Händlerbund

Meine Mitgliedschaft beim Händlerbund startete dann mit der ‚Tiefenprüfung‚ meiner Online-Präsenz und ausführlichen Hinweisen, was ich zu beachten und einzuhalten hatte. Seither sind meine Seiten geschützt und ich habe Ruhe.

Ein Mal kam noch eine Abmahnung – ein Wettbewerber meinte einen Formfehler entdeckt zu haben. In der Produktbeschreibung eines Artikels auf eBay fehlte angeblich ein Hinweis zum Widerruf. Da hatte er sich wohl verlesen.

Ich scannte das Schreiben ein, lud es auf der Seite für Abmahn-Meldungen beim Händlerbund hoch und damit war die Sache erledigt. Und ich unendlich erleichtert und dankbar für die einfache Lösung!

 

Abmahnmonitor und Abmahnwellen

Den ‚Abmahnmonitor‚ im Newsletter des Händlerbundes verfolge ich bis heute mit größtem Interesse, um nicht zu sagen: in panischem Eigeninteresse.

Falls eine neue Abmahnwelle eines meiner Produkte betreffen sollte, erfahre ich es hier zuerst und kann einen eventuellen Fehler auf meinen Seiten aufdecken bevor es so einem ‚Verein Gegen Unwesen in Handel und Gewerbe‘ gelingt (kein Scherz, so nennt sich einer dieser Abmahn-Clubs).

Nach wie vor sehe ich unsere Gesetzgebung auf diesem Gebiet als extrem problematisch an. Aber es macht wohl keinen Sinn, sich aufzuregen oder daran zu verzweifeln. Das System ist wie es ist. Wenn man versucht, dagegen anzugehen, erreicht man nichts, verliert nur – und ich entscheide mich nun bewusst dagegen, diesbezüglich negative Energien in meinem Alltag zu kultivieren.

Ich habe es also einsehen müssen, dass kein Weg daran vorbei führt, sich bezahlten Schutz zu leisten – im Endeffekt ist das die kleinere Rechnung und man spart sich damit ein riesiges Loch in der Kasse.

Ganz abgesehen von der Zeit und Energie, die man ansonsten in sinnlosen Abmahn-Kämpfen verlieren würde und viel produktiver nutzen kann.

 

Hilfreiche Zusatzangebote für Mitglieder des Händlerbunds

Zwischenzeitlich habe ich auch entdeckt, dass der Abmahnschutz nur ein kleiner Teil der breitgefächerten Leistungen ist, die der Händlerbund in seinem Paket bietet. Das breite und sehr hilfreiche Angebot habe ich sehr schätzen gelernt!

Alleine die zeitnahen Updates und Infos zu neuen Anforderungen oder Gesetzesänderungen, kostenfreien Schulungen oder Neuigkeiten aus der Branche sind Gold wert! Das könnte man im geschäftigen Alltag selbst überhaupt nicht überschauen – keine Chance!

Daher habe ich mir heute die Zeit genommen, diese ausführliche Email an dich zu verfassen – und ich danke dir, wenn du bis hier durchgehalten hast.

 

Erspare dir diese Erfahrungen mit Abmahnungen

Ich möchte dir wirklich ans Herz legen, dich beim Händlerbund oder einer anderen Organisation deiner Wahl über deren Angebot zum Abmahnschutz und weiteren Leistungen zu informieren und auf jeden Fall eine Mitgliedschaft abzuschließen bevor deine Seiten live gehen!

Mein persönlicher Tipp bleibt natürlich der Händlerbund, hier haben mich sowohl Preis und Leistungskatalog also auch die gute Betreuung im Ernstfall überzeugt. Ich kann diese Organisation aus guter Erfahrung weiterempfehlen. Aber wie immer gilt: informiere dich und entscheide selbst.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner persönlichen Erfahrungsgeschichte die Dringlichkeit und die Vorteile einer Mitgliedschaft nahe bringen.

Ich weiß, wie ungelegen die Kosten vor allem am Anfang sein können. Man ist leicht versucht, sie als ‚unnötig‘ abzutun oder eine niedrige Prio anzusetzen – ‚irgendwann später mal, wenn dann Kohle da ist…‘. Genau diesen Fehler habe ich auch gemacht.

Aber meine persönliche Erfahrung hat bestätigt, was auf unzähligen Seiten im Internet nachzulesen ist: diese Investition ist eine der wichtigsten, die man als Händler in sein Geschäft machen sollte. Ich hoffe sehr, dass ich dir mit dieser Email viel Ärger, Nerven und Geld sparen kann!

Und wenn das dann erledigt ist, Haken dahinter! Dann widmen wir uns wieder den erfreulicheren Aspekten deines spannenden, neuen Projektes – volle Fahrt voraus!

Viel Erfolg, alles Gute und bis bald,
Cheryl

 

Für Scanner-Leser

Lass‘ mich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass du dich ganz dringend um eine Mitgliedschaft bei einer Organisation kümmern musst, die dich vor Abmahnungen schützt! Ich habe mit dem Händlerbund gute Erfahrungen gemacht. Meine persönliche Erfahrungsgeschichte findest du im Artikel oben.

ps: Wenn man vom Teufel spricht! Eben flatterten die Ergebnisse der jüngsten Studie herein: jeder dritte Händler ist betroffen! Dies betrifft Händler, die Mitglied im Händlerbund sind – sich also schon mit dem Thema auseinandersetzen. Bei allen anderen dürfte die Rate um ein Vielfaches höher liegen.

„War 2015 nur jeder fünfte Händler (20 Prozent) von einer Abmahnung betroffen, so ist die Zahl mittlerweile deutlich gestiegen: Im vergangenen Jahr waren schon 28 Prozent der Befragten von einer Abmahnung betroffen. Zwei Drittel der Betroffenen gaben an, nur eine Abmahnung erhalten zu haben. Dagegen erhielt jeder Fünfte demnach zwei Abmahnungen und ganze sechs Prozent hatten mit mehr als drei Abmahnungen zu kämpfen.“
https://www.onlinehaendler-news.de/handel/studien/31346-haendlerbund-abmahnstudie-immer-mehr-haendler-kaempfen-abmahnungen.html